Läuterung

Letztes Gericht

Das letzte Gericht von Michelangelo um 1540

Dienende Süße, brennende Glut, ich neige mein Haupt in Demut vor Dir. Vater meines Lichtes, ich danke dir, nicht Worte ich dir zu geben vermag – Klang und Geist vereinen sich in einem Ton, huldigen dir und empfangen deinen Lohn. Du gibst unendliche Güte und die Blüte meiner Seele öffnet sich für dich. Sie empfanget das Licht, sie empfanget den heiligen Geist und jener speist mein dürstendes ich, und jenes zerreißt die Dunkelheit und es werde hell und licht.

Der Schleier der liebenden Kraft hat vollbracht, die Schleier der Begierden zu berühren und so beginne ich dein Liebesfeuer zu er spüren. Es kommt in mich, umschlingt mich und lässt mich nicht mehr frei – ich jauchze vor Wonne dabei, ich werde getrunken und durchdrungen von dir, nichts was uns trennte bleibt in mir. Du Vater und du heiliger Geist weist mich auf alles hin, was in Schlacken sich in mir krustet. Alles bricht auf, auch jenes ich nicht wusste. Ich erkenne nichts und muss doch alles erfahren, daran kann ich mich wahrlich nicht erlaben. Es zieht mich tief in das Fegefeuer hinein, dort glaube ich alleine zu sein.

Vater, oh Liebe, hast du mich verlassen? Ich kann hier nichts fassen, es brennt mich aus und in mir ist nur Glut. Sie brennt nieder alle Wut. Alle dunklen Anteile in mir sind hier. Im Grunde meines Seins ließen sie mich menschlich sein und so erschuf ich daraus Leid, Schmerz und Not nicht nur für mich allein. Ich teilte sie aus und zerstörte auch, dieses das Feuer nun ist, hier ist die List. Du bist süß, nur liebende Kraft, du hast diese Feuer in mir entfacht, um mich wieder mit dir zu einen. All mein Weinen, all mein Klagen, alle meine Fragen sind Trennung von dir – so gabst du mir alles von dir.

Die Glut, das bist du und ich bin ein Nicht, das in der Glut nun erlischt und wird zu dem, was du bist: ein liebendes Licht, eine Flamme, die wärmt und nicht brennt. Ein Vater ruft sein Kind. Ich antworte dir, ich bin hier, nimm was du zu nehmen gedenkst. Du bist es, der hier lenkt.

Ich lege mich in das Feuer hinein und gebe dir all meine Pein. Ich bitte dabei um Gnade im Tun, es schmerzt und es möchte in mir ruhen. Es brennt und schmerzt der Leib von dir gegeben, um zu erfahren ein Leben. Dieses jetzt in Feuer gelegt, auch hier wird die Dunkelheit genommen, alle Unachtsamkeit aus meinem Leibe genommen. Ach Torheit ist immer noch wirkend in mir, denn mein ist nichts, alles ist Dir, alles bist du, oh selige Ruh, komm und erlöse mein unruhiges Sein und führe mich Heim. Amen

Der Weg in Gott ist ein Sterben und Wiedergeboren sein. Es darf sich auflösen alles in der Seele, was sich außerhalb von Gott befindet. Dieses sind alle abgewandten Seins-Formen, die der Göttliche Geist eines jeden Wesen, durch den freien Willen Gottes erschaffen und sich dem seichten Gewässer seines Intellekts hingegeben hat. Führt dieser die inkarnierte Seele, befindet sie sich außerhalb Gottes, denn jener Verstand ist nicht dienend. Er ist nicht befreit – in ihm wirkt das Gesetz der Reflektion und somit erschafft er eine Welt der Spiegelungen.

Jeder kann selbst im eigenen Leben erkennen was seine Spiegelung ist. Die geistigen Gaben werden durch den heiligen Geist, er ist der Wille Gottes, in die Seele gespeist. Jedes Wesen ist durch den heiligen Geist ein göttliches, geistiges Wesen. Durch die Einverleibung verändert sich der Geist, der jetzt einen eigenen Willen hinzubekam – diesen gilt es zu überwinden.

Mit ihm erschuf der Mensch seine Welt. Zuerst im Geiste und dann, in der Spiegelung von Saat und Ernte, in der Materie. Den heiligen Geist zu hören, welcher sich zurückgezogen hat, um dem Menschen einen Lernprozess zu ermöglichen, in allen Versuchungen, die der freie Wille vermag zu erschaffen, dem Willen Gottes, dem heiligen Geist zu folgen, ist die Lernaufgabe der Seele in der Einverleibung

UND FÜHRE MICH IN DER VERSUCHUNG – DEIN WILLE GESCHEHE

Andrea geht den Weg der vollkommenen Läuterung. Sein Wille, der Wille des allmächtigen Gott, führt sie durch alle Wege, die ihre Seele jemals gegangen ist. Dies ist ein Eintauchen in ewigliches Sein, in den Raum der liebenden Allmacht. Hier gibt es nur die reine Form.

Der heilige Geist speist hier den Geist der Seele. Je tiefer er in die belastete Seele einströmt, umso intensiver ist der Läuterungsweg. So erklärt sich jenseits des Verstandes, der hier nicht erfassen kann, was im tiefen Wasser des Weltenozeans, dort wo es kristallklar ist und keine Spiegelung möglich, weil die Seele der Spiegel selbst ist, was dieser Weg ist – ein reiner Akt der Gnade, in Christus zurück, in Gott zu kehren, ist eine Reise in das NICHTS um Alles zu SEIN.